Theatermuseum Wien: Austropop Von Mozart bis Falco – Kunst, Kultur und Musik

Aus der Ausstellung

Aus der Ausstellung Bild: Peter Markl

Wien (ENA) Die Ausstellung „Austropop – Von Mozart bis Falco“ setzt sich mit dem nicht ganz unumstrittenen Begriff „Austropop“ auseinander und begibt sich auf die Suche nach dem Populären, Subversiven und Kritischen in Musik und Kunst „made in Austria“.

Die Ausstellung erstreckt sich über sieben Hallen. Neben dem Sternenkult um die Künstler oder Persönlichkeiten wie Kaiserin Elisabeth von Österreich in Operette und Musical geht es auch um das Selbst- und Fremdbild Österreichs zwischen Im Weißen Rössl und Sound of Music und auch befasst sich mit deren Ablehnung. Er führt zu Lokalen wie der „Hawelka“, dem „Gutruf“, dem „U4“ oder dem „Nikodemus“, die seit jeher eine wichtige Rolle als gesellschaftlicher Treffpunkt und als Ort der musikalischen Entfaltung spielen. Die ewige „Hassliebe“ zwischen Ö3 und der österreichischen Popmusikszene findet sich in der Ausstellung ebenso wieder wie die Tabuthemen Alkohol und andere Drogen sowie Depressionen, die die dunklen Facetten des Austropop zeigen.

Österreichische Exportschlager Einer der größten Exportschlager des Austropop ist die Operette. Johann Strauss erregte sowohl in Amerika als auch in Russland mit Konzerten und seiner Operette Die Fledermaus Aufsehen. Auch Franz Lehárs Lustige Witwe und – heute kaum noch bekannt – Heinrich Bertés „Alltime-Schubert-Blockbuster“ Das Dreimäderlhaus eroberten internationale Bühnen vom New Yorker Broadway bis zum Londoner West End und über den Filmmarkt hinaus. Ralph Benatzkys Im Weißen Rössl gilt als die österreichische Revueoperette schlechthin und schuf zusammen mit dem Musical Sound of Music (1959) ein international akzeptiertes Österreichbild, das auch hierzulande kritisch gesehen wird.

Austropop“ und Kabarett sind eng miteinander verbunden. Fritz Löhner-Beda und Fritz Grünbaum, Armin Berg und Hermann Leopoldi gehörten zu den herausragenden Schriftstellern der Zwischenkriegszeit. Mit hintergründigem Humor und immer unter Umgehung der Zensur legen sie den Finger in die Wunden der Gesellschaft. Auch als sie durch das NS-Regime zur Emigration gezwungen wurden, waren sie mit ihren – übersetzten – Texten erfolgreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg führten vor allem Karl Farkas, Gerhard Bronner, Georg Kreisler und Helmut Qualtinger mit seinem Meister Karl gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten die Tradition fort, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Fröhliche Melodien, seichte Texte, schmissige Rhythmen der Unterhaltungsindustrie folgten in den 1950er Jahren.

Die Ausstellung wurde gemeinsam von Marie-Theres Arnbom, Direktorin des Theatermuseums, und ihrem Kuratorenteam kuratiert. Die in der Schau gezeigten Objekte stammen aus den Sammlungen des Theatermuseums, von privaten und institutionellen Leihgebern wie der Falco Privatstiftung, der Wiener Stadtbibliothek, dem Technischen Museum Wien, den Vereinigten Theatern Wien, der Kultstätte Nikodemus und begeisterten Fans. Führungen, eine Karaoke-Bar und Karaoke-Nachmittage, an denen die Besucher die größten Austropop-Songs mitsingen können, sowie eine Veranstaltungsreihe und eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Keine Angst vor Austropop“ bilden das Rahmenprogramm.

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