Sorgenkind MS Stubnitz: Wie geht es weiter mit dem Kulturschiff? | NDR.de – Kultur – Musik

Stand: 25.01.2023 14:19 Uhr

Die MS Stubnitz in der Hafencity ist seit 30 Jahren ein preisgekrönter Club und ein international anerkanntes Kulturschiff für Live-Musik. Das Team kämpft seit einigen Jahren gegen Lärmbeschwerden. Wenn es keinen neuen Ort gibt, droht das Ende.

von Antonia Reif

Tief im Schiffsraum proben derzeit Künstler aus verschiedenen afrikanischen Ländern und Deutschland gemeinsam. Hier wird live elektronische Musik gemacht und Performances für das Programm „Afropollation“ entwickelt.

Preisgekröntes Kulturschiff mit Nachbarschaftsthemen

Die MS Stubnitz hat gerade zum vierten Mal den Applauspreis gewonnen, eine bundesweite Auszeichnung für das beste Live-Musikprogramm. Und doch kann das populäre Kulturschiff seinem Kerngeschäft kaum noch nachgehen, sagt Vorstandsmitglied Stefan Hangl: „Wir haben Nachbarschaftsprobleme. Wir haben eine laute Gangway wirklich arbeiten und Geld verdienen, damit wir überleben können.” Neben der Musik verursacht die Gangway Lärmbeschwerden. Die alte Schiffstreppe führt die Gäste auf das Deck.

Suche nach einem neuen Liegeplatz für die MS Stubnitz

Vor drei Jahren wurden hier in der Hafencity die ersten Wohnungen bezogen. Viele der neuen Nachbarn begrüßen das Traditionsschiff, aber eine Handvoll ärgert sich über die Lärmbelästigung und führt den Nachbarschaftsstreit von Anfang an, sagt Hangl: „Jetzt haben wir diese Situation, dass wir und die Nachbarn einen Zielkonflikt haben. Wir wollen ein kulturell vielfältiges Be a place mit dem Programm zu organisieren, für das wir auch ausgezeichnet wurden, und die Nachbarn wollen Ruhe und Frieden in der Hafencity.“

Hansjörg Schmidt von der SPD möchte dieses besondere Kulturschiff in der HafenCity halten. Hier brauche es diesen einzigartigen Ort, an dem Subkultur gelebt werde, sagt er: „Auch wenn es noch keine unterschriftsreife Lösung gibt, freue ich mich trotzdem, dass wir das hier schaffen können. Ziel ist es, die Stubnitz ein Stück weit weg zu holen.“ von der Wohnbebauung mehr in Richtung der Bürogebäude, so dass dann auch weniger Eingriffe in die angrenzende Wohnbebauung erkennbar sind.”

Frustration und Planungsunsicherheit

Auch die Kulturbehörde sagte in einem Interview mit NDR 90,3, sie sei an einem Dauerliegeplatz für die Stubnitz interessiert. Außerdem teilen sie sich ein Drittel der Kosten für eine neue, leisere Gangway. Eine verbindliche schriftliche Zusage für den neuen Liegeplatz an den Elbbrücken gibt es allerdings noch nicht.

Das sorgt bei den Betreibern des Kulturschiffs für Frust und Planungsunsicherheit, sagt Stefan Hangl: „Das Ganze hängt ein bisschen fest. aber es gibt keine Entscheidung, wie es wirklich greifbar wird.”

VIDEO: Lärmklagen: Kulturschiff MS „Stubnitz“ vor dem Aus? (3 Minuten)

verschobenes Problem

Ab sofort läge der versprochene Liegeplatz vor einem Wohnhaus und verschiebe das Problem nur, sagt Stefan Hangl. Also entwickelte er einen alternativen Plan. Das 80 Meter lange Kulturschiff könnte etwas weiter nach hinten versetzt werden, vor ein Bürogebäude. „Um sinnvoll arbeiten zu können, brauchen wir eine Perspektive und das wäre, zu Atem zu kommen und zumindest eine Weile einen Liegeplatz zu haben und arbeiten zu können“, sagt Hangl.

Die MS Stubnitz sucht weiterhin nach einer gemeinsamen Lösung, um ihre Kulturarbeit ohne Lärmbeschwerden durchführen zu können. Für die Hamburger Kulturszene wäre eine langfristige und nachhaltige Lösung für diesen subkulturellen Ort wünschenswert.

Weitere Informationen

Stirb MS "Stübnitz" liegt vor dem Wohngebiet Baakendocks an einer Kaimauer an der Nordelbe.  © picture alliance / Markus Scholz |  Markus Scholz Foto: Markus Scholz

Das Schiff liegt seit neun Jahren in der Hafencity. Dort finden regelmäßig Konzerte statt – vielen Anwohnern ist es zu laut. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Kulturzeitschrift | 24.01.2023 | 19.00

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