Rückblick: Mythic Quest – Staffel 3 – Hochwertige Unterhaltung

Am 6. Januar wurde das Finale der 3. Staffel „Mythic Quest“ ausgestrahlt (Anhänger. Mein Plan, bis zum Ende der Staffel zu warten, um alle Folgen kurz hintereinander zu sehen, ist so gut aufgegangen, dass ich aufgrund anderer Serien und privater Dinge nur zweieinhalb Wochen zu spät zum spoilerfreien Staffelrückblick komme – muss das gewesen sein Aufgrund des Großstadtstaus sorry

Um es gleich vorweg zu nehmen: Mit der dritten Staffel von „Mythic Quest“ liefert Apple TV+ einmal mehr eine der besten und hochwertigsten Comedy-Serien ab, die wir derzeit haben! Nun zu den Einzelheiten.

Unternehmensausgliederung

Die grundlegendste Veränderung war bereits am Ende der zweiten Staffel eingetreten: Ian und Poppy machen ihr eigenes Ding. Ein Jahr später bekommen wir GrimPop – eine entzückende Mischung aus modernen Startups, deren Büros eher wie futuristische Raumschiffe aus Science-Fiction-Filmen aussehen. Mir gefällt, dass man dieser Entwicklung nicht nach ein, zwei Folgen einen Rückzieher macht, sondern dass sie auf Dauer angelegt ist. Am wichtigsten ist, dass diese noch exklusivere Zusammenarbeit die Gelegenheit bietet, die Beziehung zwischen Ian und Poppy zu beleuchten und ihre eigenen Charaktere zu schärfen.

Unterstützt wird das Ganze durch die nun obligatorische Sonderfolge. Episode Sieben taucht in die Vergangenheit von Ian und Poppy ein und zeigt nicht nur, wie sich die beiden kennengelernt haben, sondern auch, wie sie als Kind geprägt wurden. Auch diese wieder einmal hervorragende Folge zeigt, dass “Mythic Quest” nicht nur Spaß und Püppchen voller Übertreibungen und Schwachsinn ist, sondern auch Herz hat. Der Rückblick auf die Kindheit der beiden unterstreicht eindrucksvoll, dass wir die Stärken unserer Kinder fördern sollten, anstatt sie zu unterdrücken und ihre Profile in ein einheitliches Raster zu zwingen. Mein Respekt gilt an dieser Stelle dem Casting und der jungen Schauspielerin Isla Rose Hall, die den Spracheigenheiten der Figur Poppy eindrucksvoll nahe kommt. Aber auch Charlotte Nicdao da macht die aktuelle Poppy wieder einen hervorragenden Job und ist für mich der eigentliche Star dieser Staffel, was auch daran liegt, dass Ian deutlich zurückhaltender wirkt, was nicht sonderlich auffällt und gut in die Story passt.

Absurde Prozesse

Und das eigentliche Mythic Quest Team? Da läuft doch alles sehr gut. Ein Film ist in Arbeit, der zu einigen erfrischenden Entwicklungen führt (sowie Gaststar Joe Manganiello!). Im alten Büro richtet sich die Kritik vor allem gegen die Branche und das berufliche Umfeld im Allgemeinen. Mitarbeiter, die keine wirklichen Aufgaben oder Qualifikationen haben, zufallsbasierter utopischer Schnelleinstieg und Aufstieg oder die zufällig wirkenden knallharten Entscheidungen von „Montreal“. Es gibt vieles, worüber wir uns aufregen können, wenn es um unsere eigene Karriere geht.

Einige Aspekte sind mir allerdings zu übertrieben, gerade wenn es um die Entwicklung mancher Charaktere geht. Vor allem die Inszenierung von Carol hat mich gestört. Bei Jo will ich trotzdem ein Auge zudrücken, denn ihre Hyperwillkür war immerhin für den einen oder anderen Lacher gut. Ihr Versuch, Freunde zu finden, hat auch eine erfolgreiche neue Facette eingeführt. Generell gab es aber einige neue Zeichenkombinationen, die sehr konstruiert wirkten und nicht immer funktionierten. Vor allem die Tatsache, dass das ehemalige Tester-Duo Dana und Rachel so hart getrennt wurden, fühlte sich seltsam an. Ach ja, und F. Murray Abraham da auch CW Longbottom fehlte – er spielte lieber in der zweiten Staffel von “The White Lotus”.

Timing statt Schenkelklopfer-Humor

Aber es gibt immer noch genug interessante Charaktere und Geschichten, um Sie zu unterhalten. Ähnlich wie die HBO-Comedy-Serie „Silicon Valley“ setzt „Mythic Quest“ weiterhin auf gelungenes Timing in der Inszenierung, um humorvolle Auflösungen zu liefern, statt mit billigen Pointen um sich zu werfen. Das funktioniert an manchen Stellen sehr gut. Selbst in Momenten, in denen klar ist, wie inszeniert alles ist (zum Beispiel diese letzte Szene mit Ian und Poppy), machen das Drehbuch und die Leistung der Besetzung das wieder wett und unterhalten.

Darüber hinaus scheinen sich die Erzählung und der Stil weiterentwickelt zu haben. Das Ende wirkt nicht so überhastet wie in der zweiten Staffel und mit den geschnittenen Sequenzen zu Beginn der ersten und letzten Folge wird ein schöner stilistischer Rahmen geschaffen. Zudem wirkt das Setting – auch aufgrund der zusätzlichen Drehorte – nicht mehr so ​​begrenzt wie bei einer reinen Bürokomödie. Dennoch gab es auch inhaltliche Schwächen, was eine bessere Wertung als in den vorangegangenen Staffeln unmöglich macht. Besonders bei der Geschichte von Ian Poppy machten einige Aspekte des „großen Ganzen“ keinen Sinn. Was mich am meisten gestört hat ist: Poppy arbeitet also über ein Jahr an ihrem perfekten Code und ignoriert ihn dann komplett, anstatt den Inhalt lustig zu machen? Könnte das nicht übertragen worden sein? Oder verkaufen, um ein neues Projekt zu finanzieren? Und dass Ian die Fantasie und Poppy das technische Know-how mitbringt, war von Anfang an bekannt, weshalb diese Symbiose überhaupt zustande kam?! Diese ach so große Erkenntnis am Ende kam mir überhaupt nicht.

Das war mal wieder Comedy auf sehr hohem und erfreulich stabilem Niveau! In manchen Aspekten könnte man es als die bisher stärkste Staffel der Serie bezeichnen, in anderen ist sie aber etwas zu kurz gekommen. Das Tempo funktionierte vor allem im Hinblick auf die Verschmelzung am Ende deutlich besser und auch die Aufteilung der Charaktere bot Abwechslung und neue Dynamik. Das wirkte zwar etwas künstlich zusammengestellt und CW fehlt, aber insgesamt fühlte ich mich gut unterhalten und hätte mir gleich noch zehn weitere Folgen anschauen können. Die Charaktere bieten noch viel Neues, manches wurde bewusst runter- oder heraufgedreht, die schauspielerische Leistung ist auch gut und wirkliche Längen gab es auch nicht. Wann geht es weiter?

4. Staffel „Mythic Quest“?

Die Frage nach einer Verlängerung stellt sich eigentlich nicht. Nicht, weil das Ende nicht fertig war, die Qualität so hoch war oder Rezensionen und Bewertungen gut waren, sondern einfach, weil Apple im Herbst 2021 direkt sein wird Staffeln drei und vier zusammen. Dementsprechend können wir uns ohne Stress auf weitere Folgen mit Ian, Poppy und den anderen freuen, juhu! Da an beiden Staffeln zeitgleich gearbeitet wurde, wird es wohl zu wenige Verschiebungen geben, so dass wir voraussichtlich noch Ende dieses Jahres damit rechnen können. Ein Stück Hähnchenpizza!

Bilder: AppleTV+