Musik für einen Kindergarten in Peru – Herbolzheim

Bei einem Benefizkonzert im Gemeindezentrum Herbolzheim am Sonntag begeisterten Chor und Orchester gut 200 Zuhörer. Der Erlös kam einem Projekt des Ökumenischen Peru-Kreises zugute.

Der ökumenische Gospelchor „All2gether“ stimmte das Publikum auf die Botschaft des Abends ein. „Lasst uns die Welt umarmen“, sang der Chor um Dirigent Andreas Vetter. Bis zu den Zugaben ging es um Solidarität und Hoffnung.

Gleiches gilt für die musikalischen Zeichen, die Dirigentin Elvira Nübling mit dem Orchester des Musikvereins Forchheim setzte. „Lichtblicke“ hieß der Beginn der Blaskapelle, die dem Hoffnungsgefühl instrumental einen Klang gab. Die Musiker wussten mit Abwechslung und Tempo zu glänzen. Christliche Hoffnungslieder aus der europäischen Welt wie „Then a Tree Grows“ oder aus einer anderen Welt wie der Gospel „Sweet Cheerio“ nahmen die Zuhörer mit. Klassiker der Blasmusik wie das „Concerto d’amore“ boten dem Orchester ein Sprungbrett, um seine Kunst aller Register zu demonstrieren und verdoppelten den Applaus.

„Santa Lucia“ ist der Name einer Kindertagesstätte in Arequipa, Peru. Seit rund 30 Jahren betreut die Einrichtung Kinder mit geistiger und körperlicher Behinderung, aktuell sind es rund 60. Ziel ist es, den Kindern genügend Selbständigkeit zu geben, damit sie später in eine Regel- oder Behindertenschule integriert werden können. Der ökumenische Peru-Distrikt Herbolzheim unterstützt die Kindertagesstätte.

Oliver Wehrstein, Sprecher des Bezirks Peru und ehemaliger evangelischer Stadtpfarrer von Herbolzheim, betonte, was für ein tolles Zeichen der Wertschätzung das Konzert und die vielen Zuhörer seien. Projekte wie „Santa Lucia“ leiden oft darunter, dass sie nicht langfristig gesichert sind. Sie brauchen daher finanzielle Unterstützung. Die Kinder würden zu Hause nicht gefördert und oft aus Scham versteckt, sagt Wehrstein. „Santa Lucia“ – oder die Heilige Leuchtende – soll die Kinder ins öffentliche Licht rücken und ihnen Licht schenken. Auch das Haus wurde mit dem Geld des Peru-Distrikts renoviert und neu eingerichtet.

Es braucht Menschen mit Durchhaltevermögen, um die Anlage instand zu halten. „Wir wollen, dass die Arbeit in diesem Haus weitergeht“, sagte Wehrstein. Dies ist besonders schwierig in der aktuellen politischen Situation mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der demonstrierenden Bevölkerung und der Polizei in Peru. Angesichts der Hilfe für die ukrainischen Flüchtlinge würden Projekte für Bedürftige in weiter entfernten Teilen der Welt in Vergessenheit geraten. Auch Bürgermeister Thomas Gedemer, dessen Schirmherrschaft die kostenlose Nutzung des Bürgerhauses ermöglichte, wies darauf hin, dass auf Projekte wie „Santa Lucia“ aufmerksam gemacht werden müsse.