Meißen: 17-Jährige in Meißen: Wie Musik die Welt verändern sollte

17-Jährige in Meißen: Wie Musik die Welt verändern sollte

Sie ist jung, weiß aber genau, was sie will: Musik, die dich aufweckt und dich bewegt. Loni Lila nahm ihr erstes professionelles Album in Meißen auf.

Von Natalie Stolle


5 Minuten.

Die Abdeckung von "Jahrhundert aus Gold" zeigt Loni Lila von ihrer ganz neuen und erwachsenen Seite.

Das Cover von „Century of Gold“ zeigt Loni Lila von ihrer ganz neuen und erwachsenen Seite.
© MoPro-Bilder

Meißen. Das Gesicht ist mit schimmernden Blattgoldstücken geschmückt, die Haare sind gestylt, der Blick ist distanziert und doch irgendwie fokussiert. Man könnte meinen, hier promotet Lana del Rey ihr neues Album. Aber es ist Loni Lila, eine siebzehnjährige Schülerin aus dem Vogtland.

Leonie Grimm, die in ihrem Künstlernamen eine Kurzform ihres Namens und ihre Lieblingsfarbe kombiniert, ist noch jung, aber keineswegs unerfahren. Mit neun Jahren stand sie erstmals vor der Kamera und sang auf ihrem YouTube-Kanal, den sie ihrer Mutter widmete, den Song „Wonderwall“ von Oasis.

Seitdem ist viel passiert. Zusammen mit ihrem Vater nahm sie Songs auf und drehte Videos in ihrem eigenen Heimstudio. „Ich habe schon immer Musik gemacht“, sagt Leonie. „Eigentlich läuft bei mir ständig irgendwo im Hintergrund eine Playlist. Wenn ich irgendwo ein Instrument sehe, dann muss ich es einfach spielen.“

Klassenkameraden haben ihren Rücken

Neben der Gitarre spielt Leonie auch Ukulele und Klavier, was sie sich selbst beigebracht hat. In Plauen besuchte sie die „Clara-Wieck“-Schule und erhielt früh eine musikalische Ausbildung. Auch ihre Familie unterstütze sie, sagt Leonie. Mit ihrem Lied „Vater“ gedenkt sie ihrem Vater, der für sie wie ein bester Freund ist, der sie aber auch antreibt.

Seit 2019 sind Leonies Songs auch auf Spotify, Amazon Music und Apple Music zu hören. Die Schülerin, die derzeit die 11. Klasse besucht, erzählt von der Unterstützung, die sie von Mitschülern und Freunden erhalten hat. „Jetzt haben sich alle langsam daran gewöhnt, dass ich Musikerin bin. Sie halten mir den Rücken frei, wenn ich Hilfe brauche. Schule und Musik zu vereinbaren ist nicht immer einfach.“

Das Thema Umwelt liegt der jungen Musikerin sehr am Herzen, weshalb sich der neue Song von Loni Lila damit beschäftigt.

Das Thema Umwelt liegt der jungen Musikerin sehr am Herzen, weshalb sich der neue Song von Loni Lila damit beschäftigt.
© Andre Grimm

Engagement für die Umwelt

Leonies Songs, hauptsächlich auf Englisch geschrieben, handeln von Erfahrungen in ihrem Leben. Von schönen Abenden mit Freunden, von der Liebe, von den Menschen, die sie geprägt haben. Ihren Stil möchte sie jedoch noch nicht definieren. Sie ordnet sich selbst dem englischen Indie-Pop-Rock zu, wobei die früheren Songs in Richtung Folk tendieren. „Ich will noch viel ausprobieren“, sagt Leonie. “Ich möchte viel Abwechslung in die Melodien bringen.”

Doch neben den sanften, ruhigen Liedern über schöne Themen gibt es mittlerweile auch Lieder zum Nachdenken in ihrem Repertoire. Leonie sagt, dass sie in der 10. Klasse eine Jahresarbeit darüber geschrieben hat, wie sich der Fleischkonsum der Menschen auf die Umwelt auswirkt. Durch diese Arbeit hat sich der junge Musiker intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

„Es ist gar nicht so schwer, sich anzupassen und klimafreundlicher zu leben“, stellt Leonie klar. “Wenn es um Geld oder Umwelt geht, entscheiden sich viele Menschen immer noch für Geld.” Mit ihrem Song „No Planet B“ und ihren Posts auf Instagram und Co. versucht Leonie, den Menschen das Thema mit ihrer Musik näher zu bringen. Mit großem Erfolg, wie sie berichtet. Leonie ist selbst Vegetarierin und versucht Plastikmüll so weit wie möglich zu vermeiden, einfach um ein Vorbild zu sein.

Geld kann kein Glück kaufen

Am 27. Januar erscheint ihr neues Album „Century of Gold“ mit der gleichnamigen Single und auch dieser Song thematisiert Umweltthemen. „Das ist ein Song, der wach machen soll“, sagt Leonie. „Je mehr Songs über das Thema geschrieben werden, desto mehr Menschen werden darauf aufmerksam und man kann die Leute vielleicht dazu bringen, darüber nachzudenken.“

Der Song, der bereits auf ihrem Insta-Kanal angeteasert wurde, geht das Thema sehr ironisch an und ist damit auch gesellschaftskritisch. Aus schicken Tassen wird ein goldener Tee getrunken, der den Trinker aber keineswegs befriedigt. Eben weil Geld allein nicht glücklich macht und mehr zerstört, als vorhanden ist, so Leonie.

Produktion in Meißen

Sowohl die Optik des Videos als auch der Musikstil heben sich deutlich von früheren Songs ab, gerade weil es dieses Mal nicht zu Hause entstanden ist. Century of Gold ist Leonies erstes professionell produziertes Album. Durch eine zufällige Bekanntschaft bei einem Bandworkshop lernte Leonie von Arian Dominiak Arianische Produktionen der in seinem Studio in Meißen Songs produziert.

Aufgrund der Entfernung fand die Zusammenarbeit zunächst digital statt, dann ging Leonie mit ihrem Vater nach Meißen. Der Song wurde innerhalb eines Tages aufgenommen. Leonie schwärmt von der Zusammenarbeit mit Arian: „Er hat ein unglaubliches Musikwissen. Es gab so viele tolle Ideen, die er eingebracht hat.“

Leonie erinnert sich, dass die Aufnahmen in Meißen nicht ohne Probleme verliefen. Als mittags die Glocken läuteten und die Pferdekutschen über das Bürgersteig der Altstadt zogen, musste eine Pause eingelegt werden. Zum Glück nicht lange.

Leonie und Arian brauchten nur einen Tag, um die neue Single aufzunehmen "Jahrhundert aus Gold" im kleinen Atelier in Meißen.

Leonie und Arian brauchten nur einen Tag, um in dem kleinen Studio in Meißen die neue Single „Century of Gold“ aufzunehmen.
© Andre Grimm

Vielfalt und Entschlossenheit

Das Lied ist jetzt fertig. Es gibt keine einsame Gitarre, die nur von Leonies Stimme begleitet wird. Der Sound ist voller, poppiger und mitreißender, das Video wurde professionell mit MoPro Pictures aus Radebeul produziert. Leonie verrät, dass es nicht nur eine einmalige Zusammenarbeit mit Arian Productions sein wird. Es gibt bereits einen zweiten Song, an dem sie gemeinsam gearbeitet haben. Wann es erscheinen wird, bleibt allerdings vorerst ein Geheimnis.

Bei allem Erfolg wirkt Leonie bodenständig und für ihr Alter sehr erwachsen. Die Musik bedeutet ihr viel, aber das Abitur, auf das sie gerade hinarbeitet, hat Vorrang. Nach der Schule möchte sie Gesang für Jazz und Pop studieren, vielleicht sogar an der Hochschule für Musik Dresden.

Der neue Song „Century of Gold“ von Loni Lila wird ab dem 27. Januar 2023 verfügbar sein Spotify, Amazon Music, Apple Musik, Deezer und Youtube ab 18 Uhr erreichbar sein