Konkurrenz für Netflix: Österreich bekommt „Nonstop-Kino-Abo“

Video-on-Demand war gestern, bald gibt es unbegrenzte Flatrates im Kino: In Österreich starten 18 Programmkinos mit dem neuen „ununterbrochen Kino-Abo”. Ab 9. März 2023 können Kinobesucher unter 26 Jahren für 22 Euro unbegrenzt in ausgewählte Kinos gehen, alle anderen für 24 Euro pro Monat. 18 Kinos in Wien, Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Tirol und die Steiermark starten gemeinsam die Kino-Flatrate, der Abo-Vorverkauf soll am 15. Februar 2023 starten online Anfang.

Die monatliche Flatrate soll die Kinokultur beleben

Um dem Rückgang der Kinobesuche entgegenzuwirken und auf den Trend zum On-Demand-Abo zu reagieren, nehmen österreichische Kinos ihre Zukunft nun selbst in die Hand: Seit zwei Jahren arbeiten Initiatoren an dem nachhaltigen Konzept für eine bundesweite Kino-Flat Bewertung. Im Herbst 2022 gründeten 18 österreichische Kinos einen gemeinsamen Verein und die executive nonstop GmbH, wobei Martin Kitzberger die GmbH als Kino-Abo-Projektleiter leitet.

Mit dem „Nonstop-Kino-Abo“ wollen die teilnehmenden Kinos ein System der Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung schaffen: Zukünftige Abonnement-Einnahmen sollen direkt den Kinos zugutekommen. Zudem soll das Abonnement die Kinovielfalt im Land fördern und Eintrittsbarrieren abbauen. In der Anfangsphase erfolgt eine durchgehende Betreuung durch nationale und europäische Sponsoren.

Diese Kinos sind im Abonnement enthalten

Zu den teilnehmenden Wiener Kinos zählen: das Admiral Kino, das Burg Kino, das Filmhaus am Spittelberg, das Gartenbaukino, das DeFrance Kino, das Stadtkino im Künstlerhaus, das Top Kino, das Schikaneder und das Votivkino.

In den anderen Bundesländern sind folgende Filmhäuser Teil der Kinopauschale: In Niederösterreich ist es das Kino im Kesselhaus Krem. In Oberösterreich sind mit dem Moviemento (Linz), dem City Kino (Linz) und dem Kino Freistadt drei Kinos im „Nonstop-Kino-Abo“ enthalten. In der Steiermark sind das KIZ RoyalKino (Graz), in Salzburg „Das Kino“ und in Tirol das Leokino sowie Cinematograph (beide in Innsbruck) präsent.

Abo-Inhaber unter 26 Jahren sind vier Monate lang an 22 Euro monatlich gebunden, alle über 26 können für 24 Euro monatlich ein achtmonatiges Abo und unbegrenzten Kinozugang zu den teilnehmenden Filmhäusern kaufen. nonstop bietet auch ein Jahresabonnement von 264 Euro an, also 22 Euro pro Monat.

Inspiration aus der europäischen Arthouse-Szene

In Europa verfolgen bereits mehrere Kinos ein ähnliches Modell wie das niederländische Abo-Modell „Cineville“. Als Mitinitiatorin brachte Wiktoria Pelzer, Geschäftsführerin des Wiener Stadtkinos, das Abo-Konzept nach Österreich: „Die Idee einer solchen Kinokooperation, die zu einer starken Identifikation mit Arthouse-Kinos und hohen Mitgliederzahlen führt, war für mich einzigartig. Die Cineville-Mitglieder waren die ersten, die nach den Lockdowns wieder in Scharen in die Kinos strömten. Seitdem hat mich der Wunsch, dieses Konzept in Österreich umzusetzen, nicht mehr losgelassen.“

Die Renaissance des Kulturkinos

Die Initiatoren sind überzeugt, dass die Kinoszene mit Nonstop-Kino-Abonnements eine Art Renaissance erleben könnte: Nonstop soll Eintrittsbarrieren abbauen und sich auf regionale Produktionen und das Programm urbaner Arthouse-Kinos konzentrieren.

Dasselbe macht Michael Stejskal, Geschäftsführer des Votiv Kinos und Vorstandsmitglied des Vereins nonstop, Mut: „Das ‚Nonstop-Abo‘ vereint die ganze Vielfalt des internationalen Arthouse-Kinos und des österreichischen Filmschaffens.“ Vor allem die Freude am Entdecken neuer Filmgenres bei interessierten Kinobesuchern und solchen, die es noch werden wollen, soll mit dem Kino-Abo ohne Unterbrechung gefördert werden, so Stejskal.

Flatrates auch für Blockbuster?

Mit der Initiative setzt nonstop auf überregionale Zusammenarbeit und Regionalität. Ob und inwieweit große Kinoketten mit Blockbustern aus Hollywood dem Beispiel des „Nonstop-Kino-Abo“ folgen und wieder mehr Kinobesucher an Bord holen, bleibt abzuwarten.