Joko wird zur Notlösung für ProSieben – fernsehserien.de

Das Konzept der Show bleibt weitgehend unverändert. Die Herausforderer versuchen, in acht Quizkategorien zu punkten, die jeweils in drei Preisstufen unterteilt sind. Nach jedem gewonnenen Level müssen Sie sich von einem Teilnehmer verabschieden. Im Finale tritt Winterscheidt (bzw. der jeweilige Titelverteidiger) im direkten Duell gegen den Verbleibenden an.

Neben Joko sitzen in der fünften Staffel diesmal Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer, Rapper Sido und Tokio-Hotel-Frontmann Bill Kaulitz am Ratepult. Pro Ausgabe darf natürlich ein Zuschauer als sog Platzhalter nicht fehlen.

Moderiert wird die Finalrunde wieder von Katrin Bauerfeind. Wie immer ist die Moderation der nächsten Ausgabe von “Wer stiehlt die Show?” winkt als Sieg – und damit die Macht, die Show nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Die sechs Neuauflagen wurden zwischen dem 9. und 21. November 2022 aufgenommen.

Nachdem die bisherigen vier Staffeln immer dienstagabends ausgestrahlt wurden, wird Staffel fünf nun sonntags ausgestrahlt.

Stühle zurück

ProSieben nutzt den Show-Erfolg von Joko, um seine Programm-Fehlkalkulation aus dem Vorjahr noch einmal auszubügeln. ProSieben hatte damals (notgedrungen) entschieden, dass die Marke Blockbuster am Sonntag aufgeben: Die Pandemie und die damit verbundenen Kinoschließungen verzögerten auch den Start zahlreicher populärer Spielfilme. Und ProSieben ging – nach eigener Einschätzung – der Nachschub aus.

So kündigte der Sender im Mai 2022 den Sonntag mit Eigenproduktionen unter der Marke an Traveltainment füllen: In den neuen Formaten können unsere Zuschauer am Sonntagabend Prominente an Sehnsuchtsorte begleitenhieß es, das „Wochenend-Feeling“ solle bis Sonntagabend verlängert werden. Gleich der erste Versuch, das Programm zu wechseln – im September mit der Sendung „Local Hero“ – geriet zum Quoten-Desaster. In der ProSiebenSat.1-Gruppe wurde der Sonntagsfußball übereilt von ProSieben Maxx zur großen Schwester befördert (fernsehserien.de berichtete).

Doch mit dem Fußball ist bald Schluss: Die Saison endet mit dem Super Bowl am 12. Februar – dem letzten übrigens, in dem US-Profifußball der NFL bei der Sendergruppe läuft; bei der Mediengruppe RTL wird dieser Sport bald noch breiter verfügbar sein (fernsehserien.de berichtete).

Bis ProSieben längerfristig neue Ideen hat, wie Sonntage programmiert werden können, bekommt der Sender zunächst ein erfolgreiches Format aus der Dienstagsshow. Das löst aber keine Programmsorgen, sie werden nur von einem (Programm-)Tag auf den anderen verschoben. Anzumerken ist auch, dass “Late Night Berlin” am Dienstag in Sachen Einschaltquoten immer dann am besten lief, wenn im Vorprogramm eine starke Show gezeigt wurde. Mit dem Umzug von „WSMDS“ erweist man dieser Show wohl einen Bärendienst (wann und wie das Format aus der Winterpause zurückkehrt, ist noch nicht bekannt).

Nach seinen Plänen aus dem vergangenen Frühjahr wollte ProSieben fünf Sendetage mit eigenen Produktionen füllen (fernsehserien.de berichtete) – alle außer Montag (US-Serien) und Freitag (Spielfilme). Im Moment ist es nicht besonders erfolgreich.