Höhlenmensch | Film-Rezensionen.de

Inhalt / Kritik

Es hätte Bobbys großer Tag sein können (Moritz Bleitreu) sollte sein. Stattdessen ereignet sich eine Katastrophe: Kurz vor seinem ersten Auftritt als Komiker vor Publikum wird seine Frau Claudia (Laura Tonke) endlich satt. Die Scheidung ist nur eine Formalität. Deshalb muss er auf der Bühne seinem Frust Luft machen und erzählt dem Publikum, wie es überhaupt zu dem Ganzen gekommen ist. Alles begann mit einem Treffen in der Bar. Später suchten sie gemeinsam eine Wohnung neben Hoffmann (Wotan Wilke Möhring) oder Nike (Martina Hügel), mit denen sie eine enge Freundschaft pflegen. Doch das harmonische Beisammensein klappt mit der Zeit nicht so gut, die beiden sind zu unterschiedlich…

Anpassung mit anfänglichen Schwächen

Ja, das durftest du Höhlenmensch sei wachsam. Nicht nur, dass der Film mehrmals verschoben wurde, obwohl er offensichtlich schon lange fertig war. Auch der Presse wurde er erst kurz vor dem Kinostart gezeigt – und das auch noch mit Sperre. Das weckt keine besonders guten Erwartungen. Aber auch inhaltlich gab es Skepsis. Immerhin basiert die deutsche Komödie auf dem gleichnamigen Theaterstück von Rob Becker. Es war ein großer Erfolg mit Auftritten in über 50 Ländern und mehr als 14 Millionen Zuschauern. Aber das sind Geschlechterwitze aus der Mitte der 1990er-Jahre, die schon tief in Klischees verwurzelt waren. Wer will sowas heute noch hören?

Und doch ist das Ergebnis besser als erwartet. An manchen Stellen ist der Film fast schon gut. Ein Teil davon ist Regisseur und Drehbuchautor Laura Lackmann der sich um die Adaption des Bühnenstücks kümmerte. Vor einigen Jahren zeigte sie, dass sie es versteht, alternative Liebeskomödien charmant zu erzählen Zwei im falschen Film bewährt. Schon damals spielte Laura Tonke die Hauptrolle und war Teil eines etwas eigenwilligen Paares mit Hang zur Dysfunktion. bei Höhlenmensch Vor allem als Regisseur kann sich Lackmann austoben. Sie zeigt sich auf herrlich verspielte Weise, wenn sie immer wieder Grenzen einreißt – vor allem zwischen Realität und Fantasie. Sie findet auch eine Reihe schöner Bilder, für die es sich allein schon lohnen würde, hier vorbeizuschauen.

Spielfreude auf schwachem Fundament

Der zweite Grund ist die Besetzung. Lackmann hat eine Reihe von Schauspielerinnen und Schauspielern zusammengebracht, die alle mit viel Enthusiasmus ans Werk gehen. Auch in kleinen Nebenrollen gibt es zahlreiche bekannte Gesichter. Aber natürlich gehört die Bühne in erster Linie Moritz Bleibtreu und Laura Tonke. Beide haben die nötigen Voraussetzungen für eine gelungene Romantikkomödie, eine schöne Mischung aus Herz und Humor. Zusammen bilden sie ein charismatisches Paar, dem man immer wieder gern zuschaut, auch wenn es einem manchmal auf die Nerven gehen kann. Denn natürlich gibt es das Höhlenmensch viele Probleme zwischen den beiden. Probleme, die aus verschiedenen Gründen auftreten. Und manchmal auch nur, weil die Dramaturgie es so vorsieht und ein Konflikt unbedingt notwendig ist. Schließlich braucht man sie, um über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu sprechen.

Hier wird das Problem des Films deutlich: Die meisten Witze sind ziemlich altmodisch. Wer Frauen immer noch als Sammler und Männer als Jäger bezeichnet, sollte sich nicht wundern, wenn die Öffentlichkeit mit den Augen verdreht. Es ist klar Höhlenmensch auch lustig über Klischees. Aber sie werden auch zu oft serviert, die einzelnen Witze bleiben zu oft dabei. Wenn der Film gegen Ende plötzlich behauptet, jeder Mensch sei einzigartig, dann hat das wenig mit dem zu tun, was zuvor gezeigt wurde. Der Erkenntnisgewinn ist wieder auf Knopfdruck verfügbar, denn das braucht man am Ende. Das ist schade, denn an vielen Stellen wird deutlich, wie viel besser der Film hätte sein können. Es reicht also für eine nette Komödie, die hin und wieder unterhält und an manchen Stellen auch etwas moderner sein möchte. Mehr gibt die Stiftung nicht her.

Kredite

OT: “Höhlenmensch”
Land: Deutschland
Jahr: 2023
Direktor: Laura Lackmann
Skript: Laura Lackmann
Schablone: Rob Becker
Musik: Till Bronner, Arne Schumann und Josef Bach
Kamera: Paskal Schmitt
Beruf: Moritz Bleibtreu, Laura Tonke, Wotan Wilke MöhringMartina Hill, Leni Riedel

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