Historischer Verein und WGS: Vorstellung der Seminararbeiten

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Von: Rasso Schörer

P-Seminar WGS Historischer Verein Schongau
Die Seminaristen der beiden Studiengänge mit den Lehrern Angela Wagner und Alexander Mikutta (hinten links). © Krautauf

Schongau – Seit zehn Jahren lädt der Historische Verein zu einer Kooperationsveranstaltung mit dem Welfengymnasium ein. Das runde Jubiläum muss wegen der zweijährigen Corona-Zwangspause 2021 und 2022 warten. Dazu nahmen die Abiturienten die Besucher am Donnerstag in die neue Aula im Hauptgebäude mit: im übertragenen Sinne, indem sie ein Einblicke in den anderthalbjährigen Entstehungsprozess zweier Praxisseminare – andererseits, weil es wirklich ums Reisen ging.

Passend zum Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar und dem 60. Jahrestag des Freundschaftsvertrages setzten sich acht Abiturienten unter der Leitung von Seminarleiterin Angela Felber intensiv mit Geschichte, Land und Leuten Frankreichs auseinander.

60 Jahre Freundschaftsvertrag

Dazu gehörte eine sechstägige Reise in die Partnerstadt Colmar mit Besuchen von Orten, die die Beziehungen zwischen den beiden Ländern geprägt haben, darunter der Hartmannswillerkopf, ein Denkmal für den Ersten Weltkrieg. Natürlich haben wir auch in Straßburg und dort beim Europäischen Parlament Halt gemacht.

Und wie sieht zeitgemäßes Lernen aus? Lernmaterialien werden für jüngere Klassenkameraden entwickelt; wohlgemerkt auch für die fünfte Klasse, in der es das Fach Geschichte noch nicht gibt. Die Lehrkonzepte zeigten Kreativität und inhaltliche Tiefe verbunden mit vielen spielerischen Möglichkeiten. In den Klassen neun und zehn zeigten die Schüler Filme, von denen an diesem Abend nur der zweite gezeigt wurde, mit prominenten Datierungen von 1806 bis 1984. Darunter war 1963 mit dem Élysée-Vertrag, unterzeichnet von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle.

„Unterwegs im Pfaffenwinkel“

Am zweiten P-Seminar unter der Leitung von Alexander Mikutta nahmen neun Studenten und fünf Studentinnen teil. Der Titel „Unterwegs im Pfaffenwinkel“ sollte dazu motivieren, einen Kulturführer für die Region zu entwickeln. Doch Eigeninitiative ist gefragt, und so akzeptierte der Lehrer die Entscheidung, dass sich die Seminaristen auf Schongau beschränken und „eine verzweifelte Suche nach der großen Liebe“ filmen wollten.

Unklar blieb, ob die Suche des Hauptdarstellers nach seiner Liebsten im Mittelpunkt stand oder ob es um die Frage ging, was an der Stadt besonders liebenswert ist. Der auf der Handlung basierende Film mit zwei Haupt- und vielen Nebendarstellern, vermutlich mehreren Regisseuren und noch mehr Drehbuchautoren gab nur eine Ahnung von der Arbeit hinter den Kulissen. Eine Stunde und vierzig Minuten Film standen am Ende zur Verfügung, um kurze Ausschnitte daraus zu schneiden.

Es ist ein Film von erstaunlicher inhaltlicher, technischer und dramaturgischer Qualität geworden, mit einem Drehbuch voller humorvoller Einfälle, witziger Anspielungen und filmischer Tricks. Ein ehemaliger Lehrer musste auf einem Stuhl in der Zinne der Stadtmauer sitzen und in rascher Folge bedeutende historische Ereignisse und Fakten erklären. Einige Sequenzen des Films enthielten Informationen über historische Gebäude. Es war ein Seminar in Geschichte. Am meisten lernten die Teilnehmer des Abends wohl, als sie Passanten nach den schönsten Plätzen in Schongau fragten. „Darauf kommt es an“, lobt Heide Krautauf vom Historischen Verein. „Das Wesentliche muss herausgearbeitet und auch verbreitet werden.“

Ein solcher Abend ist eine Tradition, die unbedingt fortgesetzt werden muss – damit kündigte Walter Ludwig, Leiter der Abteilung Geschichte, den Termin für das nächste Jahr an.