Gast tadelt Karl Lauterbach wegen Alkoholkonsums

ARD/WDR HART ABER FAIR,

Karl Lauterbach ist regelmäßiger Gast bei „Hart aber fair“.Bild: WDR/Oliver Ziebe

Fernseher

Im Schnitt trinkt jeder Deutsche ab 15 Jahren elf Kisten Bier, 28 Flaschen Wein, vier Flaschen Sekt und fünf Liter Schnaps pro Jahr – und das völlig legal.

Zum Vergleich: 4,5 Millionen Deutsche konsumieren regelmäßig Cannabis, die meisten müssen sich die Droge illegal besorgen. Die Ampelregierung plant eine Legalisierung, Befürworter argumentieren, Cannabis sei weniger gefährlich als die beliebte Droge Alkohol. „Normal trinken, Gras rauchen bald legal: Das ist es Deutschland Auf der falschen Reise?” ist das Thema, das “hart aber fair”-Moderator Louis Klamroth mit folgenden Gästen diskutiert:

  • Karl LauterbachSPD, Bundesgesundheitsminister
  • Markus BlumeCSU, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst
  • Nathalie StubenPodcaster und Journalist
  • LockigRapper und Songschreiber
  • DR. Sabine Ahrens-EipperKinder- und Jugendpsychotherapeutin

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht in Deutschland ein Alkoholproblem. Aber der Konsum ist zurückgegangen und vor allem ist die Zahl der Menschen, die völlig betrunken sind, zurückgegangen. Noch vor 25 Jahren trank jeder zweite Mann einmal im Monat bewusstlos. Was für eine Statistik!

09.01.2023, Berlin: Louis Klamroth, neuer Moderator des ARD-Politprogramms

Louis Klamroth ist der neue Moderator von „Hart aber fair“.Bild: dpa / Carsten Koall

Lauterbach mag Rotwein, das ist bekannt, und daraus macht er keinen Hehl.

“Ich trinke immer ein Glas, maximal zwei Gläser.”

Karl Lauterbach

Moderator Klamroth fragt ihn, wie das zu seiner ansonsten asketischen Lebensweise passe. Denn Lauterbach verzichtet aus gesundheitlichen Gründen auf Salz. „Es muss nicht alles stimmig sein“, sagt Lauterbach. Und in Bezug auf Alkohol: “Ich riskiere einen gesundheitlichen Schaden, aber auch einen kleinen gesundheitlichen Nutzen.”

Für einen Mediziner und Gesundheitspolitiker sind das argumentative Aussagen. Und die Podcasterin und Journalistin Nathalie Stüben greift das nur allzu gerne auf. Stüben ist eine trockene Alkoholikerin, auch wenn sie dieses Wort nicht für sich selbst verwendet. “Ich bin froh, dass ich nicht mehr mit dieser Droge zu tun habe”, sagt sie. Doch das stimmt nicht ganz: Sie hat den Kampf gegen den Alkohol zu ihrem großen Thema gemacht. Und so geht sie zum Bundesgesundheitsminister: „Man kann nicht mehr sagen: Ein Glas Rotwein am Abend ist gesund“, das sei überholt Meinung.

“Das Krebsrisiko steigt mit dem ersten Glas.”

Nathalie Stuben

Sie wünscht sich in Deutschland künftig schockierende Bilder auf Alkoholflaschen, dass die Verfügbarkeit von Alkohol reduziert und die Preise erhöht werden müssen. Beim Thema Alkohol herrschten in Deutschland “Wilde-West-Verhältnisse”.

Was er mit den gesundheitlichen Vorteilen meinte, konnte sich Lauterbach natürlich nicht von Suada erklären lassen, der sich mit viel Wut präsentierte: Alkohol sei zwar laut Studien schädlich in Sachen Krebs, aber ein Glas Rotwein könne durchaus helfen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verwenden.

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Lauterbach traf auf „heruntergekommene Persönlichkeiten“

Doch an diesem Abend beschäftigt ihn vor allem das Thema Legalisierung von Cannabis. Sein Hauptargument: Er will den illegalen Handel mit minderwertigem Material einschränken. Als Beispiel aus der Kriminalszene erzählt er ein Erlebnis: Kürzlich lief er mit all seinen Wachleuten, die er als Minister immer im Schlepptau hat, durch den Görlitzer Park. Dann sah er, wie die Dealer alle ihre Sachen ins Gras warfen. Er spricht von den „abgewirtschafteten Persönlichkeiten, den drogensüchtigen Menschen, die unterernährt aussehen“ und ist damit gedanklich eher zu den Junkies am Kottbusser Tor gesprungen, als die Händler- und Käuferszene im „Görli“ wirklich zu beschreiben. Doch Lauterbach ist sich sicher: „Jetzt ist es ein hochkrimineller Markt, auf dem Händler die Verbraucher in eine Multiabhängigkeit treiben.“

Die Regierung beabsichtigt, den Verkauf von Cannabis ab 18 Jahren, möglicherweise nur schwächere Sorten für jüngere Menschen, durch offizielle Stellen freizugeben. Lauterbach kann sich vorstellen, dass junge Verbraucher in einer Art Beratung in den Geschäften auf die Risiken aufmerksam gemacht werden.

Dass dem Haushalt laut Berechnungen pro Jahr 4,7 Milliarden Euro mehr aus zusätzlichen Steuereinnahmen zur Verfügung stehen, aber weniger Kosten durch Strafverfolgung und Arbeitsplätze zu erwarten sind, spielt keine Rolle. “Geld darf kein Argument sein”, sagt Lauterbach. Ein großer Teil der Einnahmen wird ohnehin für die Ausbildung junger Menschen verwendet Drogen Einfügung.

Merkwürdig findet das Markus Blume, CSU, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Er ist bereits im Wahlkampfmodus für die Bayern Landtagswahl im Oktober 2023.

“Corona-Alarmismus und Cannabis-Euphorie passen nicht zusammen.”

Markus Blume

Lauterbach kontert trocken: „Bei einem so komplexen Thema kommt man mit einem populistischen Schlager nicht weiter.“

Rapper hat Angst vor bayerischen SEK

Rapper Curly ist sowohl Weinfan als auch Kiffer. Nach eigenen Angaben produziert er jährlich 77 Flaschen Wein. Allerdings trinkt er ihn nicht alleine, sondern gemeinsam mit den Gästen seines Podcasts. „Es ist nicht das Ziel, da rauszukommen Leben zu schießen, sondern um den Geschmack zu genießen”, wären zwei Flaschen für drei verschwendet.

Als ein kurzer Ausschnitt aus seinem Musikvideo „Purple Haze“ (Name einer lila Marihuana-Sorte) gezeigt wird, kommentiert er nur trocken:

„Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich nicht in Bayern lebe, sonst wäre der SEK auf dem Heimweg.“

Lockig

Er wohnt jetzt in Berlin. Aber auch dort musste er seine Sachen leider illegal kaufen und konnte das nicht legal, wie in manchen Staaten Vereinigte Staaten von Amerika. Vermutlich ist er sogar für eine jüngere Altersfreigabe bei der Legalisierung. „Man kann nicht erklären, warum jemand mit 15 Bier kaufen kann, Cannabis aber erst mit 25.“

Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Dr. Sabine Ahrens-Eipper mal anders. Sie ist besonders besorgt über die Auswirkungen von Cannabis auf die Entwicklung des Gehirns von Jugendlichen. Du warst phlegmatisch Freundlicher erfahren, was sich erst im Nachhinein herausstellte, dass die Eltern sind dauerhaft stoned und die Kinder konsumieren passiv. Generell gilt ihre Sorge den Jugendlichen, die wohl weiterhin illegal konsumieren würden. Weder Verbote noch Legalisierungen helfen ihrer Meinung nach: Man müsse die Menschen früh, in der dritten Klasse und immer wieder aufklären: „Wir müssen nicht warten, bis du 18 bist und sagen: Dein Gehirn wird geschädigt.“

(Arche)