Deutsche Filme und ihr Erfolg bei den Oscars

Los Angeles (dpa) – Noch nie in der Geschichte der Oscars hatte ein deutscher Film in diesem Jahr so ​​viele Chancen auf Trophäen wie “Nothing New in the West”. Das Antikriegsdrama von Regisseur Edward Berger hat als erster deutscher Film eine Chance auf die Königsklasse „Bester Film“. Das ist eine Sensation für die deutsche Filmlandschaft. Wie viel er am Ende gewinnt, ist natürlich ungewiss. In der über 90-jährigen Geschichte des Preises haben nur neun deutsche Filme überhaupt eine Trophäe gewonnen – mit Ausnahme deutscher Koproduktionen.

Das sagt die Academy zu «Nothing new in the West»

Eine Datenbankrecherche habe ergeben, dass es mehrere nominierte Filme in der Kategorie „Bester Film“ mit einer deutschen Koproduktion in der Geschichte gegeben habe, teilte die mit Oscar-Akademie am Mittwoch mit “Allerdings war keine davon ausschließlich oder überwiegend eine deutsche Produktion.”

Am Dienstag wurde bekannt, dass “Nothing New in the West” neun Chancen auf eine Trophäe hat. Darunter ist eine seltene Doppelnominierung in der Königskategorie „Bester Film“ und als Bester Internationaler Film. Das Drama ist auch für Kamera, Make-up & Hairstyling, Produktionsdesign, Ton, visuelle Effekte und adaptiertes Drehbuch nominiert. Auch der deutsche Komponist Volker Bertelmann, bekannt unter dem Künstlernamen Hauschka, wurde für seine Filmmusik nominiert.

Deutsche Erfolge beim Auslands-Oscar

In der Vergangenheit vergab die Akademie selten Preise für deutsche Filme. Und wenn, dann nur in Nebenbereichen. Nur drei deutsche Produktionen gewannen den Preis für den besten internationalen (nicht englischsprachigen) Film. Zuletzt war 2007 Florian Henckel von Donnersmarcks „Das Leben der Anderen“ erfolgreich. 1980 erhielt die Verfilmung des Romans „Die Blechtrommel“ von Volker Schlöndorff diese Auszeichnung, 2003 „Nirgendwo in Afrika“ von Caroline Link .

Deutsche Dokumentar- und Kurzfilme mit Oscars

1960 gewann der deutsche Dokumentarfilm „Serengeti Shall Not Die“ von Michael und Bernhard Grzimek einen Oscar. 2009 ging die Trophäe für den besten Kurzfilm an „Spielzeugland“ des Filmemachers Jochen Alexander Freydank. In der gleichen Kategorie gewann 2001 der Kurzfilm „Quiero ser“ von Florian Gallenberger und 1994 der Kurzfilm „Schwarzfahrer“ von Pepe Danquart.

Der deutsche Puppentrickfilm „Quest“ von Tyron Montgomery und Thomas Stellmach sicherte sich 1997 den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. Ein weiterer Puppentrickfilm – „Balance“ von Christoph und Wolfgang Lauenstein – gewann 1990 in dieser Kategorie.

Koproduktionen und prominente Deutsche mit Oscars

Deutschland war als Produktionsland häufiger an Filmen beteiligt, die in verschiedenen Kategorien nominiert oder mit dem Oscar ausgezeichnet wurden, wie etwa „Aviator“, „Inglourious Basterds“ oder „Der Vorleser“. Und natürlich gibt es prominente Deutsche, die für im Ausland produzierte Filme Oscars gewonnen haben. Die letzten Deutschen, die einen Oscar gewannen, waren der Komponist Hans Zimmer und der Effektkünstler Gerd Nefzer für Dune im Jahr 2022. Zimmer wurde mehrfach nominiert. Wie Nefzer gewann er zweimal.