Das ändert sich für Verbraucher 2023: Hartz IV, Netflix, Rentenerhöhungen

1. Ab 1. Januar 2023: Abschaffung der Krankschreibung in Papierform

Nach vielen Jahren wird das AU-Zertifikat abgeschafft und durch die eAU ersetzt. Konkret bedeutet dies, dass Beschäftigte ab Januar 2023 ihrem Arbeitgeber bei einer Krankmeldung den gelben Zettel nicht mehr vorlegen müssen. Ab Neujahr wird diese von der Arztpraxis elektronisch an die Versicherung übermittelt, die wiederum die Krankenversicherungsbescheinigung an den Arbeitgeber weiterleitet.

Nähere Informationen zur elektronischen Krankschreibung können Sie hier nachlesen : Änderung im AU – Dokument wird abgeschafft – was sich ab 2023 beim Krankenstand ändert

2. Neue Verdienstgrenze für Midijobber ab 2023

Im neuen Jahr können Midijobber 2.000 Euro im Monat verdienen. Bis Ende 2022 lag die Verdienstgrenze bei 1600 Euro im Monat. Als Midijobber sind Sozialversicherungsbeiträge fällig, aber deutlich niedriger als bei Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigten.

3. Änderungen für Rentner ab Januar 2023

Ab dem 1. Januar können Vorruheständler neben ihrer Altersrente ein unbegrenztes Zusatzeinkommen erzielen.

Auch die Zuverdienstgrenzen ändern sich: Wenn Rentner eine Invalidenrente beziehen, dürfen sie 17.823,75 brutto im Jahr verdienen. Bei einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beträgt die Zuverdienstgrenze 35.647,50 Euro.

4. Homeoffice-Flatrate neu geregelt

Ab 2023 können Steuerzahler 5 Euro für jeden Kalendertag geltend machen, der zu Hause im Homeoffice gearbeitet wurde. Ab Januar beträgt die Höchstgrenze 210 Tage und 1260 Euro pro Jahr, zuvor waren es 600 Euro und maximal 120 Homeoffice-Tage.

Diese kann jeder Mitarbeiter im Homeoffice steuerlich geltend machen, auch wenn er kein eigenes Büro hat.

5. Hartz IV wird ab Januar durch Bürgereinkommen ersetzt

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat festgelegt, dass ab dem 1. Januar 2023 das Bürgergeld Hartz IV ersetzt. Für Bedürftige bringt der Wechsel finanzielle Vorteile, denn die monatliche Grundsicherung steigt für sie auf über 50 Euro. Alleinstehende erhalten ab 2023 monatlich 502 Euro.

Auch beim Sparen wurde das Schutzvermögen erhöht: Bis zu 15.000 Euro pro Person bleiben geschützt. Genaue Angaben dazu Sie können Staatsbürgerschaftsgeld online erhalten .

6. Die Sparerpauschale wird 2023 erhöht

Die Sparerpauschale oder Sparerpauschale wird im neuen Jahr von 801 Euro auf 1000 Euro erhöht. Für Ehegatten steigt sie von 1.602 Euro auf 2.000 Euro.

7. Änderung der Krankenkassenbeiträge ab Januar

Ab dem 1. Januar 2023 steigen die Krankenkassenbeiträge für gesetzlich Versicherte. Um die hohen Kosten der Pandemie im Gesundheitswesen aufzufangen, werden die Beiträge um 0,3 Punkte auf durchschnittlich 16,2 Prozent des Bruttolohns erhöht. Auch der Ukrainekrieg und die Energiekrise werden als Gründe für den starken Anstieg genannt.

8. Neu ab 2023: Höhere Rente ab Juli

Für Juli ist eine Rentenerhöhung geplant. Genauere Informationen folgen im Frühjahr, wenn Daten zur Lohnentwicklung vorliegen. Bekannt ist, dass die Renten in Westdeutschland um 3,5 Prozent und in Ostdeutschland um 4,2 Prozent steigen werden. Zudem können Rentenbeiträge ab 2023 vollständig steuerlich abgesetzt werden.

Weitere Änderungen im Zusammenhang mit Ihren Finanzen finden Sie hier: Steuern, Rente, Kindergeld – das ändert sich 2023 für Ihren Geldbeutel

9. Die Förderung für E-Autos wird gekürzt

Im neuen Jahr entfällt die Subvention für Plug-in-Hybride. Auch E-Autos werden nur begrenzt gefördert. Privatpersonen erhalten dann für das neue Elektroauto einen Zuschuss von 4.500 Euro statt bisher 6.000 Euro, wenn das Auto einen Listenpreis von bis zu 40.000 Euro hat. Ein Listenpreis bis 65.000 Euro wird mit 3.000 Euro gefördert, bis Ende 2022 beträgt die Förderung 5.000 Euro.

10. Neuer Standard für Auto-Verbandskästen 2023

Die neue Norm für Kfz-Verbandkästen 2023 ist eigentlich seit dem 1. Februar 2022 in Kraft. Allerdings wurde eine Übergangsfrist mit einer Frist bis zum 1. Februar 2023 vereinbart. Ab dann gilt die neue DIN-Norm 13164:22. Diese besagt, dass die Erste-Hilfe-Ausrüstung auch zwei Gesichtsmasken enthalten muss. Das Dreieckstuch und das Verbandtuch können weggelassen werden.

11. Die Strom- und Gaspreisbremse ist neu ab März 2023

Zur finanziellen Entlastung der Bürgerinnen und Bürger hat die Regierung in diesem Jahr eine Energiepreisbremse beschlossen, die ab März 2023 gilt. Auch die Monate Januar und Februar sind rückwirkend gekappt, werden aber erst im März ausgezahlt bzw. abgerechnet.

Die Preisbremse für Strom beträgt 40 Cent pro Kilowattstunde, für Gas 12 Cent pro Kilowattstunde. Der Fernwärmepreis ist auf 9,5 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt.

Die Energiepreisbremse bezieht sich auf 80 Prozent des Verbrauchs gegenüber dem Vorjahresverbrauch. Die restlichen 20 Prozent werden zum Festpreis des Anbieters vergütet.

12. Änderung für Januar 2023: Mehr Kindergeld für jedes Kind

Familien erhalten ab 2023 mehr Kindergeld. Bisher galt, dass die ersten beiden Kinder Kindergeld in Höhe von 219 Euro und das dritte 225 Euro erhalten. Ab Januar wird für jedes Kind ein monatliches Kindergeld in Höhe von 250 Euro ausgezahlt.

Ab Januar erhöht sich das Kindergeld

Ab dem 1. Januar 2023 erhöht sich der Kinderfreibetrag um 404 Euro auf 8.952 Euro. Im nächsten Jahr gibt es eine weitere Steigerung um 360 Euro.

13. Ab Januar 2023 wird das Rauchen teurer

Im neuen Jahr wird die Tabaksteuer erhöht, sodass eine Packung Zigaretten rund 10 Cent teurer wird.

14. Neuregelung in der Pflege: Mindestlohn wird im Laufe des Jahres 2023 erhöht

2023 wird der Mindestlohn für Pflegekräfte in zwei Stufen (Mai und Dezember) erhöht:

  • Pflegehilfskräfte erhalten ab Mai einen Stundenlohn von mindestens 13,90 Euro und ab Dezember 14,15 Euro pro Stunde.
  • Qualifizierte Pflegekräfte erhalten ab Mai einen Stundenlohn von mindestens 14,90 Euro und ab Dezember 15,25 Euro pro Stunde.
  • Pflegefachkräfte erhalten ab Mai einen Stundenlohn von mindestens 17,65 Euro und ab Dezember 18,25 Euro pro Stunde.

15. Mehrwegpflicht in der Gastronomie ab 2023

Ab Januar 2023 muss jede Gastronomie Speisen und Getränke zum Mitnehmen in Mehrwegverpackungen anbieten. Die To-Go-Produkte dürfen nicht teurer werden. Allerdings kann das Unternehmen ein Pfand auf die Verpackung erheben.

Eine Ausnahme gibt es: Kleine Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern und einer Ladenfläche von weniger als 80 Quadratmetern sind von der Leihverpackungspflicht ausgenommen. Bringt ein Kunde jedoch eigene Behältnisse mit, müssen diese auf Anfrage vom Imbiss bzw. Kiosk verwendet werden.

16. Änderungen ab 2023: Netflix will Account-Sharing abschaffen

Ab 2023 wird Netflix ernst nehmen und Accountsharing nicht mehr zulassen, jeder Unteraccount soll in Zukunft Geld kosten. Begründet wird dies mit fehlenden Einnahmen, die laut Unternehmen durch die Aufteilung entstehen sollen. Netflix startet mit den neuen Abo-Richtlinien in Amerika. Wann genau das Teilen von Passwörtern in Deutschland verboten wird, ist nicht bekannt.

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