5 Tipps für einen spannenden Fernsehabend – SWR2

Nach der Festnahme des über 30 Jahre lang untergetauchten Mafiaboss Messina Denaro ist die organisierte Kriminalität derzeit in aller Munde. Die Mafia ist seit jeher ein beliebtes Sujet für Filme und Serien – hier finden Sie Tipps für einen spannenden Fernsehmarathon.

Faszination Mafia: Die dunklen Machenschaften der Familienclans üben auf viele Menschen eine große Anziehungskraft aus. Unzählige Filme, Serien und Dokumentationen ranken sich um die Mafia und ihre Geschäfte.

“Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.” Mit diesem Satz beginnt die Karriere von Mafiaboss Vito Corleone in „Der Pate“. Wohl DER Mafia-Kultfilm schlechthin, der letztes Jahr 50 Jahre alt wurde.

Das SWR2-Forum diskutiert den Mythos “Der Pate”:






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Mit Serien wie „Die Sopranos“, von der Writers Guild of America Zur besten Serie aller Zeiten gewählt, brachten unzählige Verfilmungen die Mafia in unsere Wohnzimmer. Filme wie „Donnie Brasco“ oder „Good fellas“, meist basierend auf wahren Begebenheiten oder von echten Menschen inspiriert, ziehen die Menschen seit Jahrzehnten in ihren Bann.

Tony Soprano (Foto: IMAGO, imago images/Everett Collection)

James Gandolfini spielte das legendäre Familienoberhaupt Tony Soprano – der neben den alltäglichen Problemen mit Frau und Kindern auch ein Mafia-Boss ist.






imago Bilder/Everett Collection


1. Gomorra: Reihe von Fakten über Neapel

Roberto Saviano (Foto: IMAGO, imago images/ZUMA Wire)

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman des italienischen Journalisten Roberto Saviano, der nach Veröffentlichung des Romans Morddrohungen ausgesetzt war. Bis heute lebt er untergetaucht und unter Polizeischutz.






imago images/ZUMA Draht


“Gomorrah” deckt schonungslos die Mafia-Situation rund um Neapel auf und ist besonders nah an der Realität. In „Gomorrah“ werden die Namen echter Menschen enthüllt: Hier wird offenbart, worüber sich in Neapel niemand zu sprechen traut.

Aber nicht nur Autor und Rechercheur Saviano, sondern auch die Produktionscrew gerieten an Originalschauplätzen immer wieder in Gefahr. Im Problembezirk Scampia kam es immer wieder zu Zwischenfällen im Zusammenhang mit der Serie. Unter anderem wurden drei mutmaßliche Camorra-Mitglieder festgenommen, weil sie die Produktionsfirma erpressen wollten.

Authentisch sind auch die Darsteller: Fast alle stammen aus dem neapolitanischen Raum und sprechen den unverwechselbaren Dialekt der Region. Sie wurden speziell für die Serie gecastet und einige haben noch nie zuvor gespielt.

2. Departed: Star-Drama neu gemastert

Abgeschieden (Foto: IMAGO, imago images / United Archives)

Scorsese wollte eigentlich, dass Al Pacino Frank Costello spielt, aber er lehnte ab. Jack Nicholson sprang ein, und ein paar Jahre später drehte Scorsese endlich einen Mafia-Film mit Pacino.






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Ohne lange nachzudenken, könnte man einen eigenen Artikel über die Mafia- und Gang-Filme von Martin Scorsese schreiben. Wie kein anderer Regisseur konzentrierte sich Scorsese während seiner gesamten Karriere auf das organisierte Verbrechen und porträtierte die Mafia immer wieder – in all ihren Facetten.

Ein Scorsese-Film, der auf einer solchen Liste nicht fehlen darf: Die irische Mafia steht im Mittelpunkt von „Departed“, einem Remake des Hongkong-Films „Internal Affairs“.

Die Besetzung des Films mit Schauspielern wie Jack Nicholson, Leonardo DiCaprio, Mark Wahlberg oder Matt Damon liest sich wie die Gästeliste für die Oscars und der Film gilt vor allem wegen der authentischen Darbietungen der Schauspieler als absoluter Klassiker des Genres .

Hast du den Film schon gesehen? Wer „The Departed“ mochte, wird im dreieinhalbstündigen Epos „The Irishman“ bestimmt gut unterhalten: Wieder ein Film von Martin Scorsese, der die Geschichte des mit der Mafia in Verbindung stehenden irischen Attentäters Frank Sheeran erzählt (gespielt von Robert Deniro).

Der Ire von Martin Scorsese (Foto: Pressestelle, Netflix)

2020 wurde der von Netflix produzierte Film The Irishman für zehn Oscars nominiert.



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3. City in Fear – New York gegen die Mafia: Erschütternde Realität

Die meisten Mafiafilme sind romantisiert, fiktiv und dramatisch übertrieben. Aber es gibt auch gelungene Dokumentationen, die einen Blick auf die völlig ungeschönte Wahrheit zulassen und nicht weniger spannend sind.

Stadt der Angst – New York gegen die Mafia, Boss Paul Castellano (Foto: Pressestelle, Netflix)

„Big Paul“ Castellano war viele Jahre der Chef der einflussreichen Familie Gambino und wurde während des Prozesses der Mafia-Kommission ermordet, bevor eine Verurteilung erfolgen konnte.



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Netflix


Die Netflix-Dokumentation „City in Fear – New York Against the Mafia“ führt Sie zurück in das New York der 70er und 80er Jahre, das noch fest in der Hand der Cosa Nostra war.

Im Mittelpunkt stehen die fünf großen Mafia-Familien Bonanno, Genovese, Lucchese, Gambino und Colombo, die versuchen, ihr ausgedehntes Machtnetzwerk in der Stadt weiter auszubauen. Allerdings ist das FBI den Mafia-Bossen stets auf den Fersen, die den Handlangern mit beispiellosen Abhörtechniken das Handwerk legen wollen.

Die dreiteilige Dokumentation zeigt detailliert, wie ein neu angewandtes Gesetz die großen Mafiabosse und ihre Stellvertreter vor Gericht stellen konnte.

Auch prominent besetzt: Im Mittelpunkt steht Rudy Giuliani, der spätere Bürgermeister von New York, der damals noch Bundesanwalt war und den Prozess gegen die Mafia erfolgreich führte.

4. Lilyhammer: Mafia muss nicht immer ernst sein

Steven van Zandt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Andy Kropa/Invision/AP)

Steven van Zandt ist vor allem als Gitarrist in Bruce Springsteens E-Street Band bekannt. Später folgten Schauspielengagements.






Picture Alliance / Andy Kropa/Invision/AP


Eine Serie mit dem Topos Mafia muss nicht immer todernst sein. Den besten Beweis dafür liefert „Lilyhammer“, wo Steven van Zandt erneut in die Rolle eines führenden Mafioso schlüpft.

Doch Frank „The Fixer“ Tagliano hat genug vom Mafiageschäft: Für einen lukrativen Platz im Zeugenschutzprogramm im norwegischen Lillehammer verkauft er seinen Chef an die Polizei.

Aber auch in den norwegischen Provinzen kann Tagliano seine fiesen Methoden nicht aufgeben. Er verfällt in alte Muster und gerät bald in Probleme.

Die Serie karikiert auf unterhaltsame Weise die Machenschaften der Mafia und hat in Steven van Zandt den perfekten Hauptdarsteller für die teils kuriose Handlung gefunden.

5. Peaky Blinders: Großbritannien der 1920er Jahre

Cillian Murphy als Thomas Shelby (Foto: IMAGO, IMAGO/Picturelux)

Der Ire Cillian Murphy spielt die Hauptrolle in der Serie: Das Familienoberhaupt Thomas Shelby mit seiner ikonischen Schirmmütze symbolisiert auch die Namensgebung der Peaky Blinders.






IMAGO/Picturelux


Die Netflix-Serie „Peaky Blinders“ skizziert den Aufstieg der gleichnamigen Bande im Birmingham der 1920er Jahre und weicht damit vom üblichen Muster meist in den USA spielender Gangsterfilme ab. Von einer Bande von Schlägern, die ihr Geld mit illegalem Glücksspiel verdienen, will Thommy Shelby seine Familie in ein rechtschaffenes Unternehmen verwandeln.

Vor allem die Ästhetik der Serie sorgte dafür, dass sich schnell eine große Fangemeinde bildete. In den USA war die Serie jedoch schwer zu verfolgen: Die authentischen Akzente der Schauspieler sind so stark, dass viele Amerikaner der Handlung nur mit Untertiteln folgen konnten.